2. Dresdner Bildungsbericht 2014

Im Wesentlichen bestätigt der neue Dresdner Bildungsbericht, dass die bekannten bildungspolitischen Fakten auch auf regionaler Ebene zutreffen. Das heißt, dass

– soziales Umfeld und Bildungserfolg auch in Dresden stark voneinander abhängen

So unterscheidet der Bericht verschiedene Entwicklungsräume in Dresden, in denen keine bzw. kaum soziale Belastungen auftreten (Entwicklungsraum 5, z.B. Langebrück, Bühlau usw.) und solche, in denen das sehr stark der Fall ist (Entwicklungsraum 1, z.B. Prohlis-Süd, Gorbitz-Süd, Seevorstadt-Ost) Hier liegen immense Unterschiede hinsichtlich des Schulerfolgs vor. So reicht die Anzahl der Bildungsempfehlungen von 69,9% im Entwicklungsraum 5 bis 38,9% im Entwicklungsraum 1. Während im Entwicklungsraum 1 25% der Oberschüler diese ohne Realschulabschluss verlassen, sind es im Entwicklungsraum 5 nur 11%. Weiterhin ist die Anzahl der Hauptschüler im Entwicklungsraum 1 mit 18% doppelt so hoch wie im Raum 5 (8%).

– die Bildungsempfehlung in sozial-ökonomisch schwierigen Gebieten seltener vergeben wird und auch innerhalb der Entwicklungsräume selbst die Vergabequoten der Schulen stark differieren

Insgesamt werden in Dresden mehr Bildungsempfehlungen für das Gymnasium ausgesprochen als anderswo, nämlich 57,9% 2012/13 (Bund: 43,3%). Die Bildungsempfehlung differiert nach Wohngebieten sehr stark (s.o.). Interessant erscheint, dass auch innerhalb eines Gebietes die Vergabequote von Bildungsempfehlungen sehr unterschiedlich ausfällt. Es sind, so heißt es im Bildungsbericht, „insbesondere gravierende Unterschiede zwischen Schulen desselben Entwicklungsraumes (…) hinterfragenswert“ (S. 30) Dies deutet einmal mehr darauf hin, dass die Leistungsbewertung innerhalb der einzelnen Schulen sehr verschieden ausfällt, was die Willkürlichkeit in Sachen Bildungsempfehlung auch für Dresden bestätigt.

– der Wechsel zwischen Schularten so gut wie nicht stattfindet sowie häufiger ab- als aufwärts gerichtet ist

So wechselten 2% der Schüler von Gymnasien auf Oberschulen „zurück“ (sachsenweit 1,4%), dagegen von Oberschulen auf Gymnasien nur 0,7%. Dabei betrifft das „Aufwärtswechseln“ vor allem die Klassenstufen 5/6, das „Abwärtswechseln“ die Klassen  7/8. Meist vollziehen Jungen den Abwärtswechsel. An Förderschulen Eingeschulte schaffen so gut wie nie den Übergang an eine Regelschule (0,3%).

– die Anzahl der Schüler ohne Hauptschulabschluss in Dresden weiter viel zu hoch bleibt

Von den 244 Schülern, die 2013 in Dresden die Schulen ohne Hauptschulabschluss verlassen haben, kamen 2/3 aus Förderschulen; etwa 1/3 entfallen auf Oberschulen (ca. 82). Erstere finden kaum den Weg in Berufsschulen. In Dresden wie in Sachsen ist der Anteil der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss mit 9% deutlich höher als der bundesweite Durchschnitt (5,5%).

Abschließend noch einige Zitate aus dem 2. Dresdner Bildungsbericht:

„Es besteht nach wie vor, in Teilen auch steigend, ein deutlicher Zusammenhang zwischen (sozial-ökonomischen) Rahmenbedingungen, dem Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen (…).“

„Der Bildungserfolg ist abhängig vom sozialen Status des Elternhauses, unabhängig vom Potenzial des Kindes.“

„Ungünstige sozio-ökonomische Rahmenbedingungen reduzieren die Nutzung von Angeboten der kulturellen Bildung wie auch des bürgerschaftlichen Engagements im Erwachsenenalter.“ (alles S. 31)

Als eine zentrale Herausforderung wird genannt, „den Anteil von Abgängerinnen und Abgängern ohne Hauptschulabschluss auf maximal 5% zu reduzieren.“ (S.40)

Quelle: Landeshauptstadt Dresden (Hg.): 2. Dresdner Bildungsbericht, August  2014.

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